Seit sechs Wochen No. 1 (in den Wal-Charts)
Was macht einen Ohrwurm aus? Er bohrt sich ins Gehör und ist kaum wieder heraus zu bekommen. Mancher Ohrwurm wird mit der Zeit sogar lästig.
Bei uns Menschen sind Ohrwürmer eigentlich ständig präsent. Die Radiostationen spielen uns geeignetes Material penetrant vor, wir übernehmen es und bekommen es nicht mehr aus dem Ohr. Wer nun jedoch glaubt, dieses Phänomen sei eine rein menschliche Marotte, der irrt.
Australische Forscher von der Universität Queensland haben nach zehnjähriger Beobachtung jüngst auch bei Walen eindeutige Gesangshitparaden nachweisen können. Im speziellen lies sich der Nachweis bei Buckelwalen führen. Während der Paarungszeit versuchen männliche Tiere mit Paarungsgesängen passende Weibchen (die übrigens nicht "singen") zu finden. Die Hitlisten wechseln dabei von Saison zu Saison und sind auch regional unterschiedlich. Neue "Hits" werden nach Ansicht der Forscher durch Männchen eingebracht, die von einer Gruppe zur nächsten wechseln.
Bei den Buckelwalen handelt es nicht um Gesang im menschlichen Sinne, sondern um deren Art der Kommunikation untereinander. Trotzdem ist es faszinierend zu sehen, dass sich innerhalb von Gruppen gleiche Gesangsmuster durchsetzen und saisonal abweichen - genau wie bei Menschen, die ihre Ohrwürmer mitsingen oder mitsummen.
Der Gesang der Buckelwale kann übrigens Lautstärken von bis zu 190 Dezibel erreichen und gilt als einer der lautesten Tierlaute.
Lass Dich nicht vom Lärmteufel erwischen
Junge Leute sind häufig nicht sensibilisiert für Lautstärken. Musik wird meist lauter gehört als dies gesund ist. Dabei kann man eigentlich niemandem wirklich einen Vorwurf machen, denn gerade Freizeitlärm ist tückisch.
In unserer Freizeit erwischt und Lärm auf eine ziemlich hinterlistige Art und Weise: In Form von schönen/coolen/lässigen/angesagten/hippen Klängen. Und damit öffnet sich der Eingang zu einem Teufelskreis.
Beispiel Musik: Lieblingsmusik macht uns euphorisch, glücklich, high. Wir tanzen gerne darauf ab oder hören sie immer und immer wieder. Oft stellt sich dieser Effekt erst mit einer kräftigen Lautstärke ein. Und wenn wir einige Minuten laute Musik gehört haben, dann kommt ein weiterer Kick nur, wenn die Lautstärke noch einmal zunimmt. So gesellt sich Dezibel zu Dezibel und die Pegel der Musik werden immer lauter. Dabei ist es egal, ob wir die Musik per MP3-Player, auf einem Konzert oder in der Diskothek hören.
Lärm von der Kreissäge ist unangenehm, Lärm aus dem Lautsprechern fühlt sich gut an. Beides schädigt jedoch in gleichem Maße.
Eine neue Kampagne des Teams vom SonicShop versucht nun einen kleinen Schritt auf jüngere Zielgruppen zuzugehen und das Thema Freizeitlärm in den Focus zu setzen. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, dafür mit einem freakigen Kollegen namens "Lärmteufel".
Zu Beginn der Aktion verlost sonicshop.de für alle Facebook-Fans 100 Lärmteufel-T-Shirts.
Musik sichtbar machen
Musik ist etwas für die Ohren. Augen zu - und genießen.
Dass Musik durchaus auch etwas für die Augen sein kann, macht die 3D-Animationsschmiede "Korb" im Musikvideo "I'll be gone" deutlich.
Die wichtigsten Instrumente der Musik von Mario Basanov & Vidis feat. Jazzu werden dabei von Oszillographen in Splitscreendarstellung gezeigt. Faszinierend, Musik auf diese Weise zu hören. Pardon: zu sehen.
Musik erkennen: Ein kurzer Moment genügt
Das menschliche Gehör ist ein echter Schnellerkenner. Nur wenige Momente eines bereits bekannten Musiktitels genügen, um zu realisieren: " Kenne ich!" Und dann beginnt das Martyrium. "Kenne ich, aber wie hieß das noch...?"
Um Musiktitel zu erkennen ist es nicht mal notwendig, Momente des Refrains zu hören. Ein kurzer Augenblick einer eher nichtssagenden Passage reicht oft auch schon aus. Übrigens ist es dieselbe Fähigkeit des Hörsinns, der uns auch ermöglicht, Gesprächspartner am Telefon bereits nach wenigen Wortfetzen zu erkennen und richtig einzuordnen. Selbst Stimmungen des Gegenüber können wir am Telefon nach wenigen Momenten einschätzen.
Wer seine Wiedererkennungsfähigkeiten intensiv auf die Probe stellen möchte, dem seien 74 Minuten "Chartsweep" ans Herz gelegt: Alle Nummer-1-Hits der Jahre 1956 - 1992 - jeweils nur 5 Sekunden lang angespielt.
Das alte Radio hat Sebastian Engel
für aboutpixel.de fotografiert.
Blödes Orchester beeindruckt
Als ich heute morgen die Kaffeemaschine ansah, dachte ich so bei mir: Wie einsam muss sie sich fühlen. Gurgelt hier solo vor sich hin, dabei wäre ihr Platz eigentlich zwischen der Waschmaschine und dem Mixer. Mit ihrem Talent (bei Fertigstellung des Kaffees legt sie sich akustisch wirklich richtig ins Zeug!) wäre sie in symphonischem Rahmen ganz sicher eine ganz große Nummer!
Ich werde mich in den nächsten Tagen an das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg wenden und fragen, ob dort noch ein Platz im Orchester frei ist. Im Blöden Orchester.
In diesem eindrucksvollen Ensemble spielen über 150 historische Küchengeräte immer fünfzehn Minuten nach der vollen Stunde zu einer 35-minütigen Küchensymphonie auf.
Der Dirigent, Cembalist und Komponist Michael Petermann hat satte 8 Jahre an der Idee gearbeitet. Er trug die Klangkörper zusammen und synchronisierte der Betriebsgeräusche zu einem eindrucksvollen Soundtrack. Noch bis zum 30. April 2011 ist sein Arrangement in Hamburg zu bestaunen.
Nicht nur die Akustik des Orchesters beeindruckt, auch das Video ist toll gemacht. Hier wird deutlich: Der feine Unterschied zwischen Lärm und Musik liegt nicht beim Verursacher, sondern im Kontext und im Ohr des Zuhörers. Viele der aufführenden Küchengeräte wurden heutigen Lärmschutzempfinden im Küchenbetrieb nicht mehr genügen. Hier im Orchester stört das kaum jemanden.
[via Kugelbahn-Blog]
Video: white tube, Orchesterübersicht
oben rechts ist aus dem Video.