Eiskalte Konzerte
Übernachtungen in Eishotels sind in. Chillen in heruntergekühlten Großstadteinbars ist trendy. Das hier jedoch, setzt der Kältewelle eine kreative Krone auf:
Terje Isungsets schneidet Einblöcke aus einem See in Norwegen und formt daraus Musikinstrumente. Trommeln, Percussiontools und Hörner entstehen aus gefrorenem Wasser. Und das beste: Terje spielt selber darauf und macht auf diese Weise eine faszinierende Musik. Der Klang ist eigenartig und faszinierend zugleich.
Eigentlich schade, dass seine Konzerte in Mitteleuropa nur maximal 40 Minuten lang sind. Doch gingen sie länger, würden ihm seine Instrumente wegschmelzen...
Wie funktioniert eigentlich ein Hörtest?
Fachleute gehen davon aus, dass in Deutschland über 15 Millionen Menschen schlecht hören. Tendenz: steigend. Viele der Betroffenen wissen nichts von ihrem Hörverlust und schieben erste Anzeichen und beginnende Hörprobleme auf ihre Umwelt: "Menschen sprechen undeutlicher", "Fernsehfilme sind nicht mehr so klar wie früher", "Die Musik auf Veranstaltungen wird immer unerträglicher, "..."
Das eigene Hörvermögen besser kennen zu lernen ist ganz simpel, tut nicht weh und ist in wenigen Minuten erledigt. Viele Hörgeräteakustiker in Deutschland bieten solche Hörtests an. Einige von ihnen sogar kostenlos.
Ich möchte heute erklären, wie so ein Hörtest abläuft. Vielleicht
Konzertakustik: Erklär mir die Instrumente
Bill Bailey ist ein beliebter englischer Commedian und bekannt für seinen schrägen und trockenen Humor. Er ist jedoch auch Musikenthusiast und selber Pianist und Gitarrist. Reichert man diese Kombination noch mit einer hervorragenden Dirigentin und Arrangeurin an (Anne Dudley, Komponistin diverser Filmscores und bekannt durch ihre Mitgliedschaft in der Band Art of Noise), so fehlt eigentlich nur noch das BBC Concert Orchestra für einen ganz besonderen Comedy-Abend.
Bailey nimmt in seinem Remarkable Guide To The Orchestra die einzelnen Elemente eines philharmonischen Orchesters auseinander und lässt in den Köpfen der Zuschauer kleine Geschichten entstehen. Wer so mit klassischer Musik in Berührung kommt, hat vermutlich beste Chancen, sein Herz daran zu verlieren.
Das Video vom Remarkable Guide To The Orchestra kann man Amazon bestellen - auf Bluray in brillanter Optik und Sound. Eine kleine Version in geringer Auflösung mit Ausschnitten ist auch auf Youtube verfügbar:
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Lautstärkeschwankungen im TV
Wer kennt das nicht: Der Wechsel des Fernsehprogramms bedeutet meist auch, dass die Lautstärke nachgeregelt werden muss. Und nicht nur dass: Spätestens mit Beginn der nächsten Werbeunterbrechung muss erneut reguliert werden, denn Werbung ist im deutschen TV beinahe durchgängig lauter als das laufende Programm.
Die Werbeindustrie brüllt ihre Botschaften seit Jahrzehnten marktschreierisch den möglichen Kunden entgegen. Alle Appelle an leiser produzierte Spots waren erfolglos: Die Regeln und Grenzen der Sender orientiertes sich an der maximalen Lautstärke des Werbespots. Dies führte dazu, dass die Spotproduzenten einfach mit der Grundlautstärke des Spots immer weiter nach oben gingen und damit den allgemeinen Laustärkeeindruck immer weiter verstärkten. Ganz ähnlich übrigens wie bei aktuellen Musikproduktionen.
Eine neue europäische Richtlinie soll nun Schluss damit machen. Diese orientiert sich nicht mehr an der maximalen Lautstärke des Programms, sondern am
Wie MP3-Player das Gehör schädigen
Lärm schädigt das Gehör - das ist nichts neues und bereits gut erforscht. Die Auswirkungen sind für viele Menschen alltäglich greifbar: Wer ein Leben im Lärm hinter sich hat leidet in der zweiten Lebenshälfte häufig unter einem irreparablem Hörverlust.
Befürchtungen von Fachleuten thematisieren momentan laute MP3-Player als Quelle zusätzlichen Übels. Man weiß, das die regelmäßige Beschallung mit hohen Lautstärken in jungen Jahren später einmal zu erheblichen Hörverlusten führt. Besonders dramatisch sind dabei die äußeren Einflüsse: Wird Musik in lauter Umgebung (z.B. S-Bahn) gehört oder löst sie positive Gefühle aus, so wird die Lautstärke immer weiter erhöht.
Forscher der Uni Münster und des Institute for Physiological Sciences in Okazaki (Japan) haben nun noch einen weiteren Aspekt erforscht und offen gelegt, der nicht erst das Hören im Alter betrifft. Im
Lärmschnurrer
Superlative von lauten Tieren sind in Mode. Ein besonders lauter Specht, das lauteste Hundebellen oder ein extremes Grillenzirpen. Das Schnurren einer Katze jedoch steht nicht unbedingt für ein besonders lautes Schallereignis. Da denkt man eher an warme, gemütliche Tonlagen die nur aus nächster Nähe wirklich hörbar sind.
Ganz anders verhält sich das, wenn Katze "Smokey" mit dem Schnurren beginn. Dann donnern satte 67 Dezibel durch die Wohnung und mit der Ruhe ist es vorbei. Da Smokey große Teile des Tages mit Schnurren verbringt, endet das Schauspiel häufiger mal im Nervenkrieg.
Und das ist durchaus ernst zu nehmen: Die 67 Dezibel sind nämlich in einem Meter Abstand gemessen. Kommt man der Katze ganz nahe, so lassen sich Schnurr-Lautstärken von über 90 Dezibel registrieren. Eine Lautstärke, bei der bereits Gehörschutz angebracht wäre...
Der Sound der New Yorker U-Bahn
Eine faszinierende Idee: Alexander Chen, Mitarbeiter des Google Creative Lab in New York und in seiner Freizeit Violinespieler, hatte die Idee, die Züge der New Yorker U-Bahn Linien in einer Grafik ziehen zu lassen. Immer wenn eine Linie eine andere kreuzt entspricht das in seinem Modell dem Zupfen an der Saite einer Violine.
Zum Zeitpunkt des Start entspricht die Konfiguration dem tatsächlichen Treiben der New Yorker U-Bahn in diesem Moment. Danach läuft der Bahn-Plan mit einem Zeitraffer ab.
Auf so einen Einfall muss man erst mal kommen: Dinge, die uns alltäglich umgeben, machen Musik. Und dabei werden auch noch musikalische Feinheiten beachtet, denn die längeren Bahnlinien erzeugen die tieferen Töne.
Gitarrensaitenvisualisierung
Foto- und Filmkameras mit CMOS-Sensor leiden unter dem Effekt des "Rolling Shutter". Besonders bekannt sind Rolling-Shutter-Aufnahmen, wenn sie z.B. Propellerblätter in völlig aberwitzigen Anordnungen zeigen. Immer wenn schnelle Bewegungen am Objektiv vorbei ziehen, treten solche Verzerrungen bei CMOS-Kameras auf.
Youtube-User justkyle hat den Rolling-Shutter-Effekt nun für etwas ganz anderes genutzt: Er warf sein IPhone in den Klangkörper seiner Gitarre und ließ es dabei ein Video aufzeichnen.
Heraus kam eine faszinierende Visualisierung schwingender Gitarrenseiten. Trockene Akustiktheorie über Wellenformen und Schwingungslehre wird hier endlich mal mit Beweisaufnahmen aus dem wahren Leben belegt.
Das Bild der Propellermaschine ist von Francis Storr.
Druckbetankung: Musikabmischungen mit immer mehr Schallenergie
Musik wird immer lauter. Gemeint ist ausnahmsweise mal nicht der Lautstärkepegel auf Konzerten, sondern die Musik aus der Konserve. "Laut" bezieht sich in diesem Fall auch nicht auf die Lautstärke, die der Musikfan an der Stereoanlage oder am MP3-Player einstellt. Gemeint ist der mittlere Lautstärkepegel auf dem Datenträger, also der CD oder dem MP3-File.
Diese Lautstärke steigt seit Jahren und hat mittlerweile ein Niveau erreicht, das durchaus bedenklich ist.
Die Musikindustrie versucht, Musik mit möglichst hoher durchschnittlicher Lautstärke abzumischen. Das hat zwei Gründe: Zum einen klingt Musik auf diese Weise "fett" und präsent, zum anderen wird dafür gesorgt, dass leise Klanganteile auch bei starkem Umgebungslärm noch hörbar sind. Musik setzt sich auf diese Weise durch.
Erreicht wird dieser Effekt, indem die leisen Anteile der Musik aufgepumpt werden: Ihre Lautstärke wird stark erhöht und zu den lauten Musikanteilen angeglichen. Das Ergebnis ist ein viel höhere Durchschnittslautstärke und ein lauterer Musikeindruck. Sehr anschaulich zu erkennen ist das rechts im Screenshot der schweizer Unfallversicherung. Zu sehen sind zwei Versionen von "So Far Away", einem Titel der Dire Straits. Er wurde im Original (links) 1985 veröffentlicht. Zu sehen sind viele Details, einzelne sehr laute Momente, ständig wechselnde Lautstärke. 2005 kam dann das Album remastered neu auf den Markt (rechts). Derselbe Titel ist optisch kaum noch wieder zu erkennen: Die leisen Bereiche wurden auf ein Maximum aufgepumpt und schlagen beinahe über die gesamte Tracklänge an die Maximalgrenze. Seinen Charakter hat der Titel
Heuschrecken hören effektiv
Forscher der Humboldt Universität Berlin und des Bernstein Zentrums haben sich das Hörsystem von Feldheuschrecken genauer angesehen. Hören hat bei Heuschrecken im wesentlichen die Aufgabe, Balzgesänge der gleichen Gattung zu erkennen.
Ein Ergebnis der Untersuchung war die Erkenntnis, dass die Verschaltung der Sinneszellen bei den Heuschrecken zu einer Vereinfachung des Signals führen. "Keep it simpel" - ganz praktisch umgesetzt. Während die ersten Sinneszellen das Heuschreckenzirpen noch in seinem tatsächlichen Rhythmus weiterleiten, ist dieser Rhythmus zwei Nervenstationen weiter hinten bereits verschwunden: Dort kommt der Originaltakt des zirpenden Heuschrecken nicht mehr an. Stattdessen wird dort eine vereinfachte "Ja/nein"-Information weiter gegeben: "Ist/ist nicht ein balzender Artgenosse".
Das ist hocheffizient, denn der Heuschrecke steht auf diese Weise am Ende der Weiterleitungskette die wirklich wichtige Information zur Verfügung, Balast ohne Relevanz bleibt auf der Stecke.